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Offener Brief: Raus aus der Gaskostenfalle

Im April soll das neue Gebäude-Modernisierungs-Gesetz im Bundestag behandelt werden. Zusammen mit 250 Organisationen fordern wir die Bundestagsabgeordneten von Union und SPD auf, sich dagegen auszusprechen, neue Gasheizungen wieder zu erlauben. Die 65-Prozent-Erneuerbare-Regel muss bleiben!

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Die wichtigsten Argumente für diese Forderung:

Gasheizungen werden zur Kostenfalle für Bürger:innen

Eine kürzlich erschienene Fraunhofer-Studie rechnet vor: In 10 bis 20 Jahren müssen die verbleibenden Gaskund:innen mit bis zu 4000 Euro Mehrkosten pro Jahr rechnen. Das ist für viele Menschen, insbesondere Mieter:innen ohne Vermögen, eine nicht aufzubringende Summe. Bereits vor der Energiekrise durch den Angriff auf den Iran sorgten sich 7 von 10 Menschen vor steigenden Energiepreisen. Die Bevölkerung möchte kein Teurer-Heizen-Gesetz.

Besonders misslich ist die Lage von Mieter:innen: Die Wohnungseigentümer:innen können sich für eine Gasheizung entscheiden, die in der Anschaffung erstmal billiger ist. Die teureren Betriebskosten müssen dann die Mieter:innen zahlen. So sparen die Eigentümer:innen auf Kosten der Mieter:innen. 

Der Großteil der Bevölkerung wünscht sich klimafreundliche Energie

2025 wurden erstmals mehr Wärmepumpen als Gasheizungen verkauft (siehe hier). Die Zustimmung zum Ausbau der erneuerbaren Energien in der Bevölkerung liegt bei 81 Prozent. 

Gasnutzung wird in Krisenzeiten zum Risiko

Nur wenige Jahre sind die Preisschocks durch den Ukrainekrieg her, nun erleben wir neuerlich Preissteigerungen bei fossiler Energie durch den Krieg im Iran. Jederzeit kann Energie prohibitiv teuer werden oder es kommt sogar zu Versorgungsengpässen. Mit erneuerbarer Energie sind wir unabhängig von Energielieferungen durch Autokraten.

Neue Gasheizungen sabotieren kommunale Wärmewende

Per Gesetz sind alle Kommunen verpflichtet, einen Wärmeplan zu erstellen, der die klimafreundliche Wärmeversorgung von morgen ohne fossile Energien skizziert. Laut einer VKU-Umfrage wollen bereits jetzt 19 Prozent der Kommunen ihre Gasnetze stilllegen (siehe hier) – eine logische Konsequenz, wenn Fernwärme und Wärmepumpen das Heizen übernehmen. Das können sie aber nicht, wenn auf einmal neue Gasheizungen ans Netz gehen. So kommt es zum Chaos, weil Gas-Backlash und kommunale Wärmewende parallel laufen.

Bundesregierung plant widersprüchliche Gesetze

Gerade hat das Bundeskabinett im Energiewirtschaftsgesetz einige Vorgaben aus der EU-Gasbinnenmarktrichtlinie umgesetzt. Darin ist unter anderem vorgeschrieben, dass Gasnetzbetreiber Prognosen darüber erstellen sollen, wie sich die Gasnachfrage in ihrem Netzgebiet entwickelt. Das wird aber erschwert, wenn der Einbau neuer Gasheizungen wieder erlaubt wird. Dann ist plötzlich unklar, ob bei einem Heizungswechsel Wärmepumpe und Fernwärme oder aber eine Gasheizung gewählt werden.